Der erste Baggerbiss: Leipzigs OB steigt in den Bagger. Stadt, Gemeinde, Landkreis und Freistaat feiern Baustart für den Inklusionscampingplatz
Datum:
- Tags:
-
- Inklusionscampingplatz
Bei strahlendem Sonnenschein und guter Stimmung ist am Störmthaler See ein lang ersehnter Moment Wirklichkeit geworden: Der anstzehende Baustart des Inklusionscampingplatzes unter dem Motto „Camping für Alle" wurde am 09.09.2026 mit einem symbolischen Beggerbiss gefeiert. Vier Jahre nach der ersten Konzeptidee kamen Vertreter*innen von Stadt Leipzig, Gemeinde Großpösna, Landkreis Leipzig und Freistaat Sachsen zusammen, um gemeinsam mit dem SEB diesen besonderen Tag zu feiern.
Lockere Talkrunde und Baggerbiss durch Burkhard Jung
Statt eines klassischen Spatens kam leich das schwere Gerät zum Einsatz: Nach einer lockeren Talkrunde stieg Oberbürgermeister Burkhard Jung selbst in den Bagger und setzte den symbolischen ersten Baggerbiss. Die gut 50 Gäste ließen es sich nicht nehmen, gemeinsam mit aufs Feld zu gehen und den Moment hautnah mitzuerleben. Es wurde gelacht, sich gefreut und sichtlich mit Stolz auf das geblickt, was hier in den kommenden Jahren entstehen wird und was Projektbeteiligte und Unterstützer*innen in den vergangenen Jahren gemeinsam auf den Weg gebracht haben:
Auf rund 7 Hektar am Südufer des Störmthaler Sees wächst ein Ort heran, den es in dieser Form bislang nirgends in Deutschland gibt: Barrierefreie Ferienhäuser, Tiny-Häuser und Stellplätze für Wohnmobile, Wohnwagen und Zelte bilden das Herzstück, umgeben von Spiel- und Abenteuerbereichen, einem Strandbereich mit Gastronomie sowie Flächen für tiergestützte Angebote. Zwei Wohngruppen der Eingliederungshilfe geben Kindern und Jugendlichen künftig ein Zuhause mitten im Leipziger Neuseenland.
Vier Jahre Weg und ein bedeutender Tag
Für Gastgeber SEB-Betriebsleiter Peter Böhmer war es ein ganz besonderer Moment: „Vier Jahre hat es von der ersten Konzeptidee bis zum heutigen Spatenstich gedauert, bei einem Projekt, das in seiner Komplexität deutschlandweit einmalig ist. Der Weg dorthin war ein schwieriges Auf und Ab, aber es ist bedeutsam, sagen zu können, dass tatsächlich alle für den Prozess maßgeblichen Akteure das positive Wollen gezeigt haben, damit das Projekt nun in die Bauphase starten kann."
Für die stellvertretende Ministerpräsidentin und Staatsministerin für Soziales, Petra Köpping, schließt sich mit diesem Tag auch persönlich ein Kreis: Als frühere Bürgermeisterin von Großpösna und Landrätin des Landkreises Leipzig kennt sie die Region wie kaum jemand sonst. „Inklusion betrifft uns alle, egal ob mit oder ohne eine anerkannte Behinderung, ob jung oder alt", sagte sie. „Der inklusive Campingplatz am Störmthaler See wird ein weithin sichtbares Zeichen, quasi ein Leuchtturm für Inklusion."
Auch aus Dresden gab es Rückenwind: Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung Regina Kraushaar ordnete das Vorhaben als eines der sichtbarsten Strukturwandelprojekte Mitteldeutschlands ein: „Am Störmthaler See wird eine ehemalige Tagebaulandschaft zu einem modernen Ort für Erholung, Tourismus und Arbeit. Das Projekt ‚Gemeinsam am See' verbindet wirtschaftliche Entwicklung mit sozialer Verantwortung und gelebter Inklusion."
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sieht im Projekt ein Musterbeispiel dafür, wie Stadt, Gemeinde und Landkreis gemeinsam etwas bewegen: „Menschen mit Handicap finden geeignete Urlaubsbedingungen, junge Menschen mit Unterstützungsbedarf ein Zuhause und alle erleben gemeinsam einen besonderen Ort mitten in der Natur.“
Landrat Henry Graichen, Vorsitzender der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland, freute sich sichtlich über den Baustart: „Ich freue mich sehr, dass es nun endlich mit der Erschließung und dem Bau des Inklusionscampingplatzes losgehen kann! Der neue Platz schafft nicht nur zusätzliche Kapazitäten, sondern setzt zugleich ein wichtiges Zeichen für einen Tourismus, der allen Menschen offensteht."
Auch Großpösnas Bürgermeister Daniel Strobel blickte mit Erleichterung und Stolz zurück: „Vor wenigen Wochen hatte die Gemeinde die Förderbescheide für die Erschließung des Areals erhalten, der Startschuss für eine lange Zeit der Vorbereitung. Im weiteren Verlauf will die Gemeinde den Austausch mit der Bürgerschaft über einen Projektbeirat vertiefen.“
Wie es weitergeht
Möglich wird das rund 35,5 Millionen Euro umfassende Vorhaben überwiegend durch Strukturwandelmittel des Bundes sowie Mittel des Freistaats Sachsen; der SEB trägt einen Eigenanteil von 5 Prozent. Während der SEB als Bauherr die Konzeption, Planung und den Bau verantwortet, kümmert sich die Gemeinde Großpösna um die äußere Erschließung. Parallel läuft bereits das Vergabeverfahren zur Auswahl des künftigen, gemeinnützig arbeitenden Betreibers.
Die Fertigstellung ist für Ende 2028 geplant. Bis dahin werden wir hier auf der Website regelmäßig über den Baufortschritt berichten.