Beschäftigung und Freizeit Projekt Inklusionscampingplatz am Störmthaler See

Eine grafische Visualisierung mit großem See, begrünten Häusern, Zelten und Campingmobilen

Der Startschuss für ein Projekt mit Vorbildcharakter ist gefallen: Nach jahrelanger Vorbereitung entsteht in der Region Leipzig erstmals ein ganzheitliches, barrierefreies Camping- und Freizeitangebot für alle Menschen.

Eingebettet in die Natur entwickelt sich hier eine besondere Destination für Naherholung sowie regionalen und überregionalen Tourismus – ein Ort, der verbindet.

Das Areal wird so gestaltet, dass Menschen aller Generationen – mit und ohne Beeinträchtigung – naturnah, komfortabel und vor allem barrierefrei Urlaub machen und entspannen können.

Ob Familien mit Kinderwagen, Menschen mit Rollator, Rollstuhlfahrer*innen oder Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderung: Alle Gäste sind willkommen und können sich auf erholsame Tage am See und vielfältige Freizeitangebote freuen.

Der Inklusionscampingplatz bietet weit mehr als klassische Übernachtungsmöglichkeiten. Neben Stellplätzen für Zelte und Wohnmobile entstehen barrierefreie Ferienhäuser, ein bewachter Strandbereich mit Gastronomie sowie Spiel- und Erlebnisräume für Groß und Klein.

Das gesamte Areal wird nachhaltig und ressourcenschonend geplant und richtet sich konsequent an die Bedürfnisse von Menschen jeden Alters – mit und ohne Beeinträchtigungen.

Ein besonderer Fokus liegt auf echter Teilhabe und doppelter Inklusion: Auf dem Gelände werden auch Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen. Damit entsteht in der Region Leipzig ein einzigartiges Projekt, das Inklusion nicht nur ermöglicht, sondern aktiv lebt – sowohl im Freizeitbereich als auch im Arbeitsleben.

Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Großpösna und dem Städtischen Eigenbetrieb Behindertenhilfe (SEB) der Stadt Leipzig. Ergänzt wird das Angebot durch tierpädagogische Flächen sowie eine Einrichtung der Eingliederungshilfe.

Ein Großteil der Projektkosten wird – bis zu 90 Prozent – über Fördermittel des Bundes und des Freistaates Sachsen im Rahmen des Strukturwandels ehemaliger Tagebaugebiete finanziert.

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Wie konkret sind die Planungen für das Erholungsareal?

Das Projekt „Inklusionscampingplatz – Gemeinsam Am See“ wurde im Rahmen einer umfassenden Machbarkeitsstudie sowie einer vertieften Konzeptionsphase entwickelt. Dabei standen insbesondere Inklusion, Naturschutz, Wirtschaftlichkeit und touristische Entwicklung im Fokus.

Im Jahr 2024 wurde der Fördermittelbescheid feierlich durch den Sächsischen Staatsminister für Regionalentwicklung überreicht – ein wichtiger Meilenstein für die weitere Planung. Aktuell befindet sich das Projekt in der detaillierten Abstimmungs- und Planungsphase. Parallel werden die Voraussetzungen für die äußere Erschließung geschaffen.

Nach zwischenzeitlichen Verzögerungen im Jahr 2025 konnten zu Beginn des Jahres 2026 wichtige Finanzierungsfragen zur äußeren Erschließung geklärt werden, sodass nun die nächsten Umsetzungsschritte vorbereitet werden.

Wie ist das Areal aufgeteilt?

Das Gelände wird in drei zentrale Bereiche gegliedert, die gemeinsam ein harmonisches, naturnahes und barrierefreies Gesamtbild ergeben:

  • Campingbereich mit Gastronomie (Zeltplätze, barrierefreie Ferienhäuser, Stellplätze für Wohnmobile)
  • großer Abenteuerspielplatz
  • Strandbereich

Der Campingbereich erhält eine dorfähnliche Struktur. Neben touristischen Angeboten werden hier auch tierpädagogische Angebote sowie eine Einrichtung der Eingliederungshilfe des SEB integriert.

Was bedeutet ALLE für uns?

„ALLE“ bedeutet für uns: alle Menschen – unabhängig von individuellen Voraussetzungen. Der Inklusionscampingplatz ist generationsübergreifend für Jung und Alt angelegt. Er bietet Erholung für jeden Einzelnen, Paare und Familien mit Kindern – egal ob für einen Tagesausflug oder einen längeren Urlaub. Hier entsteht ein Ort der Erholung, der wirklich für jede*n zugänglich ist – auch für Menschen, die auf pflegerische Unterstützung angewiesen sind.

Unser Ziel ist es, dass sich alle Gäste willkommen fühlen und ihren Aufenthalt uneingeschränkt genießen können.

Warum ein Inklusiver Campingplatz und was bedeutet das?

Inklusion bedeutet gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen – unabhängig von Behinderung, Herkunft, Alter oder Geschlecht.

Gerade im Tourismus bestehen jedoch häufig Barrieren: fehlende Zugänglichkeit, ungeeignete Infrastruktur oder mangelnde Unterstützungsangebote. Besonders für Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderung und ihre Angehörigen gibt es bislang nur sehr wenige passende Urlaubsangebote.

Der Inklusionscampingplatz begegnet genau diesen Herausforderungen. Er schafft einen Ort, an dem Erholung, Naturerlebnis und Teilhabe selbstverständlich zusammengehören.

Darüber hinaus entstehen vor Ort Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen – ein weiterer wichtiger Schritt hin zu gelebter Inklusion.

Wer wird den Campingplatz betreiben?

Der zukünftige Betreiber wird im Rahmen eines Vergabeverfahrens ausgewählt. Dabei spielen insbesondere Gemeinnützigkeit, Erfahrung im inklusiven Betrieb und wirtschaftliche Tragfähigkeit eine zentrale Rolle.

Warum ein weiteres Tourismusangebot am Störmthaler See?

Das bestehende Ferienresort am Störmthaler See ist bereits stark ausgelastet und ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigungen ausgerichtet. Zudem gibt es dort keinen klassischen Zeltplatz.

Inklusive Erholungsangebote sind in Deutschland insgesamt noch zu selten – auch in der Region Leipzig besteht hier deutlicher Nachholbedarf. Die Nachfrage nach barrierefreien Freizeit- und Urlaubsangeboten ist entsprechend hoch.

Wann beginnt die Bauphase?

Der Beginn der Bauphase ist abhängig vom Abschluss der Genehmigungs- und Erschließungsmaßnahmen. Nach derzeitigem Stand kann noch kein verbindlicher Termin genannt werden, wir rechnen allerdings mit einem Baustart im Sommer 2026.

Welche Auswirkungen hat das Projekt auf die Natur?

Eingriffe in Natur und Landschaft lassen sich nicht vollständig vermeiden, werden jedoch auf ein Minimum reduziert und durch geeignete Ausgleichsmaßnahmen kompensiert. Das Gelände ist überwiegend durch den ehemaligen Tagebau geprägt. Für besonders sensible Bereiche werden gemeinsam mit Fachbehörden und Expert*innen Lösungen entwickelt, um Natur- und Artenschutz bestmöglich zu berücksichtigen.

Welche Expert*innen sind eingebunden?

Neben den Projekt- und Fachplaner*innen sind Expert*innen aus den Bereichen Tourismus, Inklusion sowie Umwelt- und Naturschutz eingebunden. Zudem erfolgt eine enge Abstimmung mit allen zuständigen Behörden und Institutionen.

Wie werden die Bürger*innen vor Ort beteiligt?

Die Bürger*innen werden über verschiedene Formate beteiligt, darunter Informationsveranstaltungen sowie ein Projektbeirat, in dem auch Vertreter*innen der Gemeinde mitwirken.

Welche Vorteile hat das Projekt für die Region?

Der Inklusionscampingplatz bringt vielfältige positive Impulse für die gesamte Region mit sich. Bereits während der Bauphase werden zahlreiche Aufträge an lokale Unternehmen vergeben, wodurch die regionale Wirtschaft gestärkt wird. Auch im laufenden Betrieb entsteht eine enge Zusammenarbeit mit Betrieben vor Ort – sei es im Handwerk, im Dienstleistungsbereich oder in der Versorgung des Areals.

Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der Nutzung regionaler Produkte, insbesondere im gastronomischen Angebot. Dadurch werden bestehende Wertschöpfungsketten gestärkt und gleichzeitig ein nachhaltiges, qualitativ hochwertiges Angebot für die Gäste geschaffen.

Durch die Strahlkraft des Projekts ist darüber hinaus mit steigenden Besucherzahlen zu rechnen, von denen auch bereits etablierte touristische und gastronomische Angebote in der Umgebung profitieren. So entsteht ein lebendiges Netzwerk aus neuen und bestehenden Angeboten, das die Attraktivität der Region langfristig erhöht.

Insgesamt leistet der Inklusionscampingplatz damit einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, stärkt den Tourismus und fördert gleichzeitig das Bewusstsein für regionale Produkte, Natur und Umwelt.

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